Soll ich jetzt den Job wechseln? Die Corona-Krise und ihre Folgen für Arbeitsmarkt und Gehälter

Der PR Report hat für seine aktuelle Ausgabe unter anderem uns zu den Folgen der Corona-Krise für den Arbeitsmarkt und die Gehälter in der Kommunikationsbranche befragt. Im Nachfolgenden finden Sie einen Auszug mit unserer fachlichen Einschätzung.

PR-Report: Welche Folgen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt im Bereich PR und Kommunikation lassen sich derzeit schon feststellen/beobachten?

Unsere aktuellen Suchen wurden bisher nicht gestoppt und laufen normal weiter. In einem Fall wurde der Prozess aufgrund anderer Prioritäten vom Kunden lediglich um zwei Wochen verschoben. Zurückhaltung besteht verständlicherweise bei neuen Suchen. Hier warten viele erst einmal ab, bis ein Silberstreif, im Sinne einer Öffnung des wirtschaftlichen Lebens, am Horizont sichtbar wird.

Welche Folgen erwarten Sie durch die Corona-Krise für den Arbeitsmarkt im Bereich PR und Kommunikation?

Wir haben in den vielen Jahren, die wir auf dem Markt sind, bereits drei große Wirtschaftskrisen erlebt. Immer war der Personalmarkt der Kommunikatoren deutlich weniger betroffen als der vieler anderer Berufsgruppen. Das liegt an der Fülle an kommunikativen Aufgaben, die in außergewöhnlichen Situationen und in der Zeit danach auf Unternehmen zukommen. Nicht-Kommunizieren ist keine Alternative. Stakeholder müssen weiter informiert und vor allem Mitarbeiter mitgenommen werden. Dazu kommt die Pflichtkommunikation großer und börsennotierter Unternehmen. Nur: diese Krise ist voraussichtlich größer als die vorherigen. Es gibt also keine Blaupause, nur Kristallkugeln.

Was erwarten Sie: Wie werden sich die Gehälter krisenbedingt entwickeln?

Der aktuell in vielen Bereichen der Kommunikation bestehende Arbeitnehmermarkt wird sich verändern. Im günstigsten Fall kommt es zu einer Marktbalance. Das wird auch Auswirkungen auf die Gehälter haben. Wir erwarten allerdings keinen Einbruch. Es wird zu Streichungen oder Aussetzungen von Gehaltserhöhungen kommen – in einigen Fällen bereits passiert – , Boni werden kleiner oder ganz wegfallen. Gute Kommunikatoren, also genau die, die man in schwierigen Zeiten braucht, werden weiterhin ihren Preis haben. Es wird aber definitiv nicht die Zeit für überhöhte Gehaltsvorstellungen sein.

Wie finden Kommunikatoren, die nun womöglich arbeitslos werden oder geworden sind, möglichst schnell wieder einen Job?

Es wird nicht verkehrt sein, definierte „Muss“-Anforderungen an einen neuen Job für sich zu hinterfragen. Also, welche Kriterien sind auch weiterhin für mich ein No-Go, wo ist meine persönliche ‚rote Linie‘ und wo kann ich mich flexibel zeigen. Das betrifft nicht nur Rahmenbedingungen wie Gehalt oder Wunsch-Arbeitsregion. Das gilt auch für Branchen, Aufgabenfelder, Teamführung, Schreibtischseiten und so weiter. Der Arbeitsmarkt wird vermutlich auf absehbare Zeit kein Wunschkonzert sein.

Auszug aus dem Artikel “Soll ich jetzt den Job wechseln?” erschienen im PR Report 2/2020

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